Between The Frames

By Lars Sklenarz

HAM – eine kleine visite [Update]

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Schon seit meiner Kindheit รผben Flugzeuge und Flughรคfen eine ganz besondere Faszination auf mich aus. Vielleicht liegt es daran, dass die Luftfahrt in meiner Familie schon immer prรคsent war โ€“ ein Teil meiner Familie arbeitete รผber viele Jahre oder arbeitet noch immer am oder rund um den Flughafen Dรผsseldorf. Geschichten vom Vorfeld, vom Duft nach Kerosin, vom stรคndigen Kommen und Gehen der Maschinen und Menschen gehรถrten fรผr mich fast selbstverstรคndlich dazu.

Auch bin ich schon frรผh, mittlerweile recht hรคufig und sogar schon einmal selbst geflogen.
Fรผr viele ist ein Flughafen einfach nur ein Ort des Reisens, vergleichbar mit einem Bahnhof โ€“ fรผr mich war er immer viel mehr: ein Tor zur Welt. Ein Ort voller Emotionen, Aufbruchsstimmung und Fernweh. Hier treffen Abschiede auf Wiedersehen, Routine auf Abenteuer und Technik auf Trรคume. Schon als Kind konnte ich stundenlang Flugzeuge beobachten und darรผber staunen, wie selbstverstรคndlich Menschen innerhalb weniger Stunden an vรถllig andere Orte dieser Welt gelangen kรถnnen. Diese Begeisterung fรผr die Luftfahrt begleitet mich bis heute.

Umso schรถner war es, dass sich diesmal Beruf und Leidenschaft auf besondere Weise verbinden lieรŸen. Fรผr eine dienstliche Reise nach Hamburg ergab sich die glรผckliche Gelegenheit, gleichzeitig meiner Leidenschaft fรผr die Fotografie nachzugehen. Natรผrlich musste dafรผr auch die passende Unterkunft her โ€“ also habe ich mir bewusst ein Hotel direkt in der Einflugschneise des Hamburger Flughafens ausgesucht. Der Blick auf ankommende und startende Maschinen, das Drรถhnen der Triebwerke und die besondere Atmosphรคre rund um den Airport sorgten fรผr eine gewisse Vorfreude.

Mit diesem Fotoblog mรถchte ich genau diese Faszination festhalten: die Eleganz der Flugzeuge, die Dynamik eines Flughafens und die besondere Stimmung, die nur Orte vermitteln kรถnnen, an denen die Welt jeden Tag ein Stรผck nรคher zusammenrรผckt.

Nach der Ankunft im Hotel blieb nicht viel Zeit zum Ausruhen โ€“ die Vorfreude auf den Flughafen und das kleine Spotting war einfach zu groรŸ. Also habe ich zuerst noch schnell meine E-Mails gecheckt, mich ein wenig frisch gemacht und anschlieรŸend die Kameratasche vorbereitet. Akkus kontrollieren, Objektive verstauen, Speicherkarten prรผfen โ€“ die kleine Routine vor jeder Fotosession gehรถrt fรผr mich inzwischen genauso dazu wie das Fotografieren selbst.

Wenig spรคter machte ich mich zu FuรŸ auf den Weg Richtung Terminal 1 des Hamburger Flughafens. Schon auf dem Weg dorthin war diese besondere Atmosphรคre wieder spรผrbar, die Flughรคfen fรผr mich seit jeher ausmacht. Obwohl das Terminal im Vergleich zu vielen groรŸen internationalen Drehkreuzen eher kompakt wirkt, strahlt es dennoch genau dieses Gefรผhl von Aufbruch und Ferne aus. Menschen mit Koffern, Durchsagen im Hintergrund, das Rollen der Trolleys und immer wieder der Blick auf Flugzeuge vor den Fenstern โ€“ all das lรคsst einen sofort die โ€žLuft der weiten Weltโ€œ spรผren.

Mein Weg fรผhrte mich schlieรŸlich hinauf auf die Besucherterrasse. Dort gรถnnte ich mir erst einmal eine kleine Stรคrkung, wรคhrend im Hintergrund bereits die ersten Maschinen im Landeanflug zu sehen waren. Viel Zeit blieb allerdings nicht, denn irgendwann wurde die Versuchung zu groรŸ: Kamera raus, Einstellungen prรผfen und direkt an die Glasscheibe stellen.

An diesem Tag wurde aus nordรถstlicher Richtung auf die Bahn 23 angeflogen, wรคhrend die Starts รผber die Bahn 33 erfolgten. Dadurch ergaben sich stรคndig interessante Perspektiven und abwechslungsreiche Bewegungen auf dem Vorfeld. Im Minutentakt schwebten Maschinen unterschiedlichster Airlines herein, setzten auf der 23 auf und rollten anschlieรŸend gemรคchlich Richtung Terminal, wรคhrend gleichzeitig auf der 33 die nรคchsten Jets mit voller Leistung abhoben und in den Himmel รผber Hamburg stiegen.

Der mit Abstand beste Spot befand sich allerdings nicht auf der Terrasse hinter der Glasscheibe, sondern drauรŸen auf einer Brรผcke, die die StraรŸe vom Hotel mit dem Flughafengelรคnde verbindet. Dort erรถffnete sich plรถtzlich genau die Perspektive, die man sich als Luftfahrtfotograf wรผnscht: freier Blick auf die anfliegenden Maschinen, ohne stรถrende Reflexionen oder Scheiben zwischen Kamera und Motiv.

Von dort aus konnte man die Flugzeuge perfekt im Endanflug auf die Bahn 23 beobachten. Besonders beeindruckend war dabei der Augenblick, wenn die Rรคder die Landebahn berรผhrten und fรผr einen kurzen Moment der typische weiรŸe Qualm entstand. Genau diesen Bruchteil einer Sekunde einzufangen, gehรถrt fรผr mich zu den faszinierendsten Motiven der Flughafenfotografie.

Zu guter Letzt wartete dann noch eine ganz besondere รœberraschung auf mich: Die ankommenden Maschinen flogen tatsรคchlich direkt รผber das Dach meines Hotels hinweg. Schon nach kurzer Zeit stand ich deshalb wieder mit der Kamera am Fenster und konnte einige wirklich schรถne Aufnahmen machen. Besonders spannend war dabei die Perspektive von hinten auf die Flugzeuge im Endanflug โ€“ mit ausgefahrenem Fahrwerk, gesetzten Landeklappen und den langsam nรคherkommenden Lichtern der Bahn im Hintergrund.

Gerade durch den wolkenverhangenen norddeutschen Himmel entstand eine ganz besondere Stimmung. Die Flugzeuge waren bis zum letzten Moment nicht hรถrbar, bevor wenige Sekunden spรคter das dumpfe Grollen der Triebwerke durch das Hotelzimmer hallte. Wie gut, dass die Scheiben mehrfachverglast sind!
Fรผr einen Luftfahrtbegeisterten und Fotografen wie mich war das natรผrlich der perfekte Abschluss eines ohnehin schon gelungenen Tages.

Damit war der Ankunftstag in Hamburg mehr als erfolgreich. Ich konnte viele besondere Momente festhalten, neue Perspektiven entdecken und einmal mehr erleben, warum mich Flughรคfen und Flugzeuge seit meiner Kindheit so faszinieren.

Und wenn alles gut lรคuft, kommen morgen noch einige weitere Bilder hinzu.

In diesem Sinne meine Lieben, keep shooting!

Lars

Update von Tag 2:

Hier noch ein paar Bilder von meinem zweiten Tag am Flughafen von verschiedenen Spotter-Points.