Between The Frames

By Lars Sklenarz

A first glimpse through the lens…

/

…oder, wie ich auf die Idee kam, eine Website zu erstellen.

Im Grunde genommen begann meine ganz persรถnliche Reise in und durch die Fotografie wahrscheinlich im Jahr 2011 mit dem Kauf einer Fujifilm Bridge-Kamera. Wenn ich mich richtig entsinne, war es eine FinePix S4500 mit geschlagenen 14 Megapixeln und 30-fachem optischen Zoom.
Mal abgesehen von einer kleinen silbernen Digitalkamera von Nikon (Coolpix), welche mein Vater irgendwann um 2002 oder 2003 fรผr die Familie kaufte und spรคter eine Fuji FinePix S2500HD fรผr unsere USA-Reisen, hatte ich unfassbar wenig Ahnung von der Fotografie oder wie so eine Kamera eigentlich wirklich funktioniert. Ich habe mich ehrlicherweise auch nie ernsthaft mit diesem Hobby auseinandergesetzt und es mehr als ein Add-on zum Reisen betrachtet. Man kommt rum, man macht Fotos, man zeigt Fotos. Es glich fast mehr einer Beweisfรผhrung, dass man tatsรคchlich dort war, als einem kreativen Ausdruck.

Doch mit dem Kauf der Fujifilm S4500 war es dann plรถtzlich da, das Modus-Rad.

Das mir ein kleines „P“, ein „A“ und ein „M“ bald unfassbare Kopfschmerzen bereiten sollten und ich mich schlussendlich in das grรผne „Auto“ Symbol verliebte, wusste ich beim Auspacken anno 2011 natรผrlich noch nicht.
Es sei gesagt, dass der GroรŸteil meiner Bilder auf der kommenden Reise nach Dubai einfach nur mies waren (siehe unten).

So kam es wie es kam: meine erste ‚groรŸe‘ Reise alleine sollte mich 2012 nach Dubai verschlagen. Fรผr ein Austauschsemester um genau zu sein.
Die Kamera habe ich (ohne passende Fototasche natรผrlich) in meinen Rucksack geworfen und hatte eine ganze Stange AA-Batterien mit im Gepรคck.
Ja, die Kamera brauchte tatsรคchlich noch vier AA-Batterien und scheinbar war ich der Auffassung, es wรคre irgendwie schwierig diese in Dubai zu ergattern.

Jung und dumm nennt man das im Fachjargon vermutlich.

Sechs Monate in Dubai vergingen, die Heimreise wurde angetreten und wo landete die Kamera? Na? Wer kann es erraten?
Korrekt! Im Schrank.
Ich glaube, ich habe sie bis 2014 nicht mehr wirklich herausgeholt und wenn, dann nur sporadisch, meist um ein Auslaufen der ohnehin leeren Batterien zu vermeiden.

Ich nutzte sie beispielsweise noch fรผr Videoaufnahmen auf meiner ersten Reise nach Peking, was bei der unfassbaren 720p Videoauflรถsung bei 30fps im avi-Format wahrlich kein Gewinn war. Es gab seinerzeit schon weitaus fortgeschrittenere Modelle und bessere Optionen, seinen Urlaub auf Video zu bannen. Mit von der Partie war รผbrigens noch ein Camcorder von Panasonic mit รผberschreibbaren 1,4GB Mini-Discs. Wem das noch etwas sagt, der fรผhle sich ‚High-Fived‘!

Erst im Jahr 2017 bei einer weiteren Peking-Reise hat mich der Fotografie-Floh so richtig gebissen. Meine damalige Freundin (heute Frau) bekam zu ihrem Geburtstag eine Canon 70D samt Zoom-Objektiv geschenkt.

Nach anfรคnglichen Startschwierigkeiten (auch hier war der manuelle Modus fรผr uns eher Lava als ein probates Mittel zur Fotografie), fingen wir an, dieses ‚Klacken‘ des Spiegels bei jedem Auslรถsen sehr zu schรคtzen. Auch hatten wir endlich eine Kamera in der Hand, die sich nicht wie ein Spielzeug anfรผhlte. Das machte Lust auf mehr.
Viele der Bilder, die auf dieser Reise entstanden sind, hรคtte man vermutlich direkt ‚on-the-fly‘ und ohne schlechtes Gewissen auch wieder von der Speicherkarte tilgen kรถnnen, trotzdem waren wir beide sehr stolz auf jedes weitere „Klack“ und was es mit sich brachte (Ergebnisse: siehe unten).

So ging es weiter, Objektive fรผr die Canon wurden gekauft, Fotokurse gebucht und wahrgenommen, kleine Foto-Trips wurden unternommen und bei Events habe ich die Kamera gerne mitgenommen um den Fotografen zu mimen, ohne wirklich viel vom eigentlichen Handwerk zu verstehen. SpaรŸ hat es trotzdem immer gemacht und die Ergebnisse schienen fรผr einen kostenlosen ‚Service‘ angemessen gewesen zu sein.

2019 kam Mexiko, 2022 ging es nach Mauritius und langsam wurde die Canon 70D mehr zur Qual als zur Wahl, da die GrรถรŸe des Kamera-Bodys und auch die GrรถรŸe der Objektive das Gewicht der Kameratasche ausufern lieรŸen. Ich bin schlussendlich in fast allen Urlauben dazu รผbergegangen, wieder mit dem Smartphone zu filmen und Fotos zu machen (eine Entscheidung, die ich heute zutiefst bereue). Der Elefant stand aber im Raum: Eine leichtere, handlichere Lรถsung musste her.
19 Fokuspunkte erschienen nicht mehr zeitgemรครŸ, der Autofokus war verhรคltnismรครŸig langsam und die D70 verfรผgte nicht รผber einen IBIS-Stabilisator, was die Videotauglichkeit weiter einschrรคnkte. Zudem macht man mit einer DSLR eigentlich keine langen Videos.

In den „Jahren des Stillstands“, also zwischen 2021 und 2023 habe ich mich viel und gerne mit dem Thema Fotografie auseinandergesetzt, nicht zuletzt, weil es irgendwie ein Fenster in die weite Welt war, wรคhrend wir doch alle nur zuhause saรŸen.

Spiegellose Wechselobjektiv-Kameras kamen in den letzten Jahren mehr und mehr auf den Markt und das System der Spiegelreflexkameras schien sich dem Ende entgegen zu neigen. Nicht das wir dass heute bestรคtigen kรถnnten, aber war auch bei Canon selbst absoluter Stillstand angesagt.
Stundenlange Recherchen รผber Vollformat, APS-C, MFT etc. brachten mich zu einer Schlussfolgerung:
‚Ich mรถchte ein handliches, leichtes Kamerasystem (ja ich weiรŸ, ich war einst froh, einen richtigen Brecher in der Hand zu halten), mit leichten Objektiven, die im kleinen Format alles bieten, was ich auf einer Reise oder auch fรผr sonstige Arbeiten benรถtigen kรถnnte‘.
Die nรคchste, logische Schlussfolgerung war: Micro-Four-Thirds.
Das Budget war nicht sonderlich groรŸ (es war bisweilen nur ein Hobby), weshalb ich im Februar 2024 eine Bestellung รผber eine Olympus OM-D E-M10 Mark IV bei einem namhaften Fachhรคndler in Dรผsseldorf aufgab. Kit-Objektiv (14-42 mm Pancake) inklusive.
Oh Boy habe ich mich รผber diese Kamera gefreut!
Meine erste eigene ‚richtige‘ Kamera mit Wechselobjektiven.
Natรผrlich durfte im Verlauf auch ein Tele-Objektiv (40-150 mm) und eine Festbrennweite fรผr Portraits nicht fehlen. Ich habe mir wirklich allen ‚Schnick-Schnack‘ fรผr diese Kamera gekauft.
Bereut habe ich wenig.

Heute ist der 27. Februar 2026.
Es sind also zwei Jahre mit der Olympus OM-D E-M10 Mark IV vergangen, und ich kann sagen, wir hatten Hรถhen und Tiefen, wir haben gemeinsam durch die verschiedensten Objektive geblickt, tolle Momente, traurige Momente, wilde und ruhige Momente festgehalten, uns รผber Ergebnisse gefreut oder geรคrgert, den ein oder anderen Kratzer gesammelt und uns gegenseitig viel verziehen.
Ist das meine Kamera?
Ich glaube ja, sie wรผrde mir als treuer Begleiter auf jeden Fall sehr fehlen.
Habe ich damit viel richtig gemacht? Ich hoffe ja, aber das liegt im Auge des Betrachters.
Konnte ich Menschen mit Hilfe dieser Kamera und meiner Arbeit ein Lรคcheln auf ihr Gesicht zaubern?
Ohne Zweifel.
Aber diese wahrlich nicht perfekte Kamera hat mich eins gelehrt:
Es kommt nicht immer auf den schnellsten Fokus, auf den besten Sensor sowie die tollsten Objektive an. Equipment ist und bleibt zweitrangig.
Es sind die Leute auf bzw. in den Bildern, die Geschichten schreiben.
Ihre eigenen.
Ihre leisen, ihre lauten.
Die frรถhlichen, die traurigen, die intimen Geschichten oder die stolzen Geschichten. Geschichten, die man gerne teilt, Geschichten an die man sich im Stillen erinnern mรถchte.

Genau diese Leute seid IHR!

Fรผr die einen muss es nicht ein Hochglanzfoto mit starker Nachbearbeitung sein. Es reicht ein Schnappschuss, eine Erinnerung wieder ins Leben zu rufen.
Fรผr die anderen ist die schรถnste Erinnerung ein ‚picture perfect‘ und das ist gut so.

Es kommt immer auf EUCH an.

Das ist der Grund, wieso ich mich hier und heute vorstellen mรถchte.
Als stiller Beobachter, als ‚der Freund mit der Kamera‘, der Fotograf, der gerne interagiert oder als jemand, der einfach gerne fotografiert.

Denn Fotografie lebt von ehrlichen und meist alltรคglichen Geschichten, Geschichten, die wir alle erzรคhlen kรถnnen. Vielleicht auch von den Lachfรคltchen, die sie hinterlassen haben oder dem Pรคckchen, welches wir mit uns tragen.
Der GroรŸteil dieser Geschichten jedoch spielt sich zwischen den Bildern ab.

Und damit herzlich willkommen bei Between The Frames.

Euer Lars