Between The Frames

By Lars Sklenarz

Ein Sonntag in Duisburg

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16. Mai 1903, Duisburg-Meiderich

Ein Koloss aus Stahl, Rohren, Zahnrรคdern, Schornsteinen und unzรคhligen Ventilen geht unter der Feder von August Thyssen in Betrieb.
Ein Hรผttenwerk mit einer beachtlichen Gesamtleistung von 37 Millionen Tonnen Roheisen รผber sein 84-jรคhriges Bestehen.

Heute erstreckt sich auf dem ehemaligen Hรผttengelรคnde des 1985 stillgelegten „Riesen“ ein Landschaftspark auf etwa 180 Hektar Gesamtflรคche.

Ein Ort, an dem sich die Natur Stรผck fรผr Stรผck die alten Industrieanlagen zurรผckholt.
Wo Moose auf alten Backsteinmauern wachsen und Efeu zwischen rostigen Rohren baumelt, tummeln sich zu fast jeder Tageszeit Familien, Fotografen oder Geschichtsinteressierte.
Genau dorthin hat es auch uns am 01. Mรคrz 2026 mal wieder verschlagen.

Ein sonniger Sonntag am kalendarischen Frรผhlingsanfang lud ein, die Kameras mal wieder auszupacken, den Staub von den Linsen zu pusten und sich fรผr den kommenden Sommer ein wenig warm zu fotografieren.

Wer noch nicht im Landschaftspark Nord war, dem sei gesagt, dass man dort unzรคhlige kleine Details sowie groรŸe Industriebrachen ablichten kann. Speziell am Abend, wenn die
wirklich toll umgesetzte Beleuchtung in der Anlage angeschaltet wird, bietet sich ein fast dystopisches Bild von lรคngst vergangenen Zeiten der Duisburger Stahl -und Eisenproduktion.

Wir waren tagsรผber dort und haben uns vom Lichteinfall der endlich wieder scheinenden Sonne inspirieren lassen.

Es roch nach Rost, Staub und Vegetation, wรคhrend sich die brรผchigen Stahlrohre langsam aufwรคrmten. Also: Kameras raus und losgeknipst.

Vermutlich kรถnnte man, wenn man denn wollte, von frรผh morgens bis spรคt abends in der Anlage verweilen und lรคngst nicht jedes Detail erfassen.

Fรผr mich bleibt die enorme GrรถรŸe der Produktionsstรคtte und die Tatsache, dass jedes Rohr, jedes Ventil und jedes Kabel รผber viele Jahrzehnte eine Funktion hatte, bewundernswert.

Mit der Prรคzision eines Uhrwerks haben die verschiedenen Gerรคtschaften miteinander harmoniert und schlussendlich zur Produktion von Millionen Tonnen Roheisen beigetragen.
Menschen aus dem Umkreis fanden hier ihre Arbeit, kamen und gingen in Schichten und hielten die insgesamt fรผnf Hochรถfen unter schweiรŸtreibenden Bedingungen am Laufen.
Heute kann man sich den Lรคrm, der hier geherrscht haben muss, nur noch vage vorstellen. An wenig besuchten Tagen kehrt auf dem Gelรคnde eine friedliche Ruhe ein, nur unterbrochen von gelegentlichem Vogelgezwitscher und knarzendem Stahl.

All in all kann gesagt sein, dass sich ein Ausflug in den Landschaftspark Duisburg-Nord, speziell zum Fotografieren, immer lohnt. Je nach Wetter und Lichtverhรคltnissen zeigen sich die Anlagen in ihren verschiedensten Facetten.

In diesem Sinne habt eine angenehme Woche und keep shooting!

Lars