Between The Frames

By Lars Sklenarz

Linksrheinisch, beschaulich, Zons

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Was haben wir derzeit nur fรผr ein Glรผck mit dem Wetter am schรถnen Niederrhein.
Sonntag, der 8. Mรคrz, lud mit Sonnenschein und angenehmen 20 ยฐC zu einem ausgedehnten Spaziergang um und durch Zons ein.
Unser letzter Ausflug an diesen Ort fiel leider buchstรคblich ins Wasser, da wir von einem plรถtzlichen Starkregen รผberrascht wurden, der uns zur Flucht zum Auto zwang.
Diesmal jedoch schien das Wetter uns gewogen zu sein.

Wer sich jetzt fragt „wer oder was ist bitte Zons?“, dem gebe ich nun ein paar Background-Informationen.

Zons liegt linksrheinisch zwischen Neuss und Kรถln, ist seit 1975 ein Stadtviertel von Dormagen und bietet mit seiner historischen Altstadt einen wunderbaren Ort fรผr Fotografen.

Man kann sowohl in nรถrdlicher als auch in sรผdlicher Richtung am Rhein entlang spazieren, die Fรคhre nach Dรผsseldorf-Urdenbach nehmen oder wunderbar mit dem Fahrrad an den Rheinauen entlangradeln.

Im Norden liegt das Naturschutzgebiet Zonser Grind in einer Rheinkurve, im Sรผden die Rheinaue Zons-Rheinfeld sowie die Altrheinschlinge Zons.

Das eigentliche Highlight ist jedoch die historische Altstadt von Zons.

Wer mit dem Auto anreist, kann auf dem kostenpflichtigen Parkplatz am Rheintor parken. Man darf sich allerdings nichts vormachen: Wenn das Wetter mitspielt, kann Zons wirklich sehr voll werden und teilweise รผberlaufen wirken.

Nun zum geschichtlichen Teil, den ich Euch selbstverstรคndlich nicht vorenthalten mรถchte und der besonders die Altstadt so interessant macht.

Zons lรคsst sich bis in die Mitte des 7. Jahrhunderts zurรผckdatieren, als der Ort erstmals im Testament des Kรถlner Bischofs Kunibert von Kรถln erwรคhnt wurde.

Spรคtestens mit der Verlegung des Rheinzolls von Neuss nach Zons im Jahr 1372 entwickelte sich die Stadt zu einer wichtigen Zollstรคtte. Im darauffolgenden Jahr begann der Bau einer Zollfeste (Burg Friedestrom), und Zons erhielt die Stadtrechte.

Auch die heute noch gut erhaltenen Stadtmauern und Grรคben wurden etwa zur gleichen Zeit angelegt.

Die Stadt konnte durch insgesamt zwei Tore betreten werden: das Feldtor und das Rheintor. Letzteres ist vom gleichnamigen Parkplatz in wenigen Gehminuten zu erreichen. Von dort fรผhrt die RheinstraรŸe entlang der Stadtmauer bis zur Burg Friedestrom in die Stadt.

Blick auf das im Norden gelegene Rheintor mit angeschlossenem Zollturm.

Von der RheinstraรŸe aus lรคsst sich die Altstadt relativ schnell vollstรคndig erkunden. GroรŸ ist sie nicht, was ihrer Beschaulichkeit jedoch keinen Abbruch tut. Cafรฉs, Restaurants, kleine Geschรคfte sowie ein Krรคutergarten und das Kreismuseum Zons laden zum Verweilen ein.

Geht man von der RheinstraรŸe nach Westen รผber die SchlossstraรŸe, kommt man unweigerlich zuerst am Juddeturm vorbei. Dieser sechsstรถckige Turm wurde รผber dem ehemaligen StadtverlieรŸ errichtet. รœber eine im Erdgeschoss befindliche Bodenluke konnten Verbrecher in dieses hinabgelassen werden, wรคhrend die oberen Etagen Wohnrรคume beherbergten. Der gesamte Turm weist eine beachtliche Mauerstรคrke sowie mehrere SchieรŸscharten auf.

Im weiteren Verlauf der SchlossstraรŸe befindet sich zur linken Seite der Mรผhlenturm, der im Spรคtmittelalter aus einem ehemaligen Befestigungsturm umgebaut wurde. Aufgrund seiner ursprรผnglichen Funktion als Teil der Stadtbefestigung fรผgt er sich nahezu nahtlos in die Maueranlage ein und wirkt auf den ersten Blick fast etwas deplatziert. Turmmรผhlen dieser Art sind jedoch in ganz Nordrhein-Westfalen verbreitet.

Westlich der eigentlichen Zollfeste, die mittig im historischen Stadtkern liegt, befindet sich die St.-Martinus-Kirche. Der neugotische Kirchenbau wurde 1879 fertiggestellt und ersetzte eine รคltere gotische Kirche aus dem 14. Jahrhundert. Ihr Glockenturm beherbergt sechs Bronzeglocken.


Leider reichte die Zeit diesmal nicht fรผr einen Besuch im Kreismuseum Zons, in der Burg Friedestrom oder im Falknereimuseum. Viele positive Eindrรผcke vom Umland und der Altstadt konnten wir dennoch mit nach Hause nehmen.
Wie bereits erwรคhnt, kann es hier jedoch wirklich sehr voll werden โ€“ besonders dann, wenn das Wetter mitspielt.

Wer einmal in der Nรคhe von Dormagen, Neuss oder Dรผsseldorf unterwegs ist und etwas Zeit zur Verfรผgung hat, dem kann ich einen Ausflug in dieses wirklich schรถne ร–rtchen wรคrmstens empfehlen.

In diesem Sinne: keep shooting und habt eine tolle Woche!

Lars